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Barnaul 7.62x39, FMJ 123 Grain


 

Im September (2020) haben wir einige Geschosse von VE-LOADS getestet und eine entsprechende Laborierung dafür zusammengestellt. Danach haben wir geschaut wie präzise wir sie ins Ziel bekommen. Das ist normalerweise die Reihenfolge bei so ziemlich allen Munitionstest.

 

Für diesen Bericht sind wir aber mal den umgekehrten Weg gegangen und haben uns eine bestimmte Sorte Fabriksmunition besorgt und sie delaboriert. Sprich, wir haben die Patronen auseinandergenommen und alle Komponenten abgewogen. Anschließend sind wir auf den Schießstand gegangen und haben bei einigen weiteren Patronen derselben Charge die Geschwindigkeit gemessen.

Diese Daten sollen uns in weiterer Folge dabei helfen die entsprechenden Optiken auf die Waffe mit der diese Munition verschossen wird einzustellen.

 

Die Munition um dies heute geht, stammt von Russischen Hersteller „Barnaul“ und es handelt sich dabei um die 7,62 x 39, 123 Grain, Vollmantel. Diese Patronen werden mit lackierten Stahlhülsen hergestellt und beinhalten laut dem Hersteller keine korrosiven Bestandteile.
Verschossen wurden die Patronen aus einer Izhmash SAIGA MK 104, mit einem 34 cm Lauf bei einer Umgebungstemperatur von ca. 5° C.

 


 

 

Um halbwegs aussagekräftige Werte zu erhalten, haben wir 10 Patronen delaboriert und anschließend alle Komponenten auf einer Präzisionswaage gewogen. Zusätzlich haben wir die leeren Hülsen mit Wasser befüllt und den Inhalt anschließend auch gewogen, um Rückschlüsse auf eventuelle Schwankungen im Hülsenvolumen ziehen zu können.

 

Die Schwankung der Werte hält sich meiner Meinung nach allerdings in Grenzen. Es handelt sich hierbei schließlich um Massenproduktion mit Stahlhülsen die zum abfeuern aus einer Plattform gedacht sind, die auch nicht für chirurgische Präzision gebaut wurde.

 

Auch die Geschwindigkeit, die einen Meter vor dem Lauf gemessen wurde, hält sich recht solide. Gemessen wurde übrigens mit einem SuperChrono(R) von Steinert.

Nach den ersten 10 Schüssen kamen wir auf einen Wert von durchschnittlich 709 M/s aus einem kalten Lauf. Bei den darauffolgenden 10 Schüssen war der Lauf schon ein wenig wärmer und dementsprechend flogen die Projektile auch ein wenig schneller.

Bei der zweiten 10-Schuss-Serie kamen wir auf einen durchschnittlichen Wert von 729 M/s und somit 20 M/s mehr als mit dem kalten Lauf.

Der Hersteller selbst gibt die Geschwindigkeit mit 2.543 fps an – das wären umgerechnet 775 M/s. Der Unterschied zu unseren gemessenen Werten ergibt sich hierbei vermutlich aber durch die Verwendung einer anderen Waffe. Die Munition dürfte vom Hersteller in einem Gewehr mit einem „normal“ langen Lauf getestet worden sein – also wahrscheinlich 41 cm.

 

Wir werden uns in weiterer Folge anschauen was für Streukreise wir mit dieser Munition erzielen könne aber auch andere Arten von Munition delaborieren und testen, um weitere Vergleiche machen zu können.

 


 

Weiterführende Links:

 

Munition: Barnaul 7,62 x 39, 123 Grain, FMJ

Gewehr: Izhmash SAIGA 104

Waage: G&G PLC Präzisions- Fein- und Tischwaagen

Geschwindigkeitsmesser: SuperChrono von Steinert Sensing Systems AS

 

Preis pro Packung (Stand Dezember 2020): 7,98 € - 11,90 €