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TSA-9 RF/75 Thermaloptik


Die Erfindung von Visiereinrichtungen bzw. „Kimme“ und „Korn“ auf Schusswaffen, lässt sich in etwa auf das Jahr 1450 zurückdatieren.

Seitdem hat sich aber einiges in der Waffentechnik getan. Über Zielfernrohre, zu Rotpunktvisieren, Nachtsicht-Zielfernrohren bis hin zu Wärmebild-Zielfernrohren, oder auch vereinfacht Thermaloptik genannt – und genau so eines schauen wir uns in diesem Beitrag etwas genauer an.

 

Konkret geht es um das TSA 9 RF / 75. Eine Thermaloptik mit eingebautem Laser-Entfernungsmesser und einem Objektivdurchmesser von 75 mm. Das ist wohl so ziemlich das modernste das man sich auf dem zivilen Sektor für Geld kaufen kann.


Sehr vereinfacht erklärt, ist eine Thermaloptik im Grunde genommen nur eine Wärmebildkamera mit einem Display und einem Absehen, das auf einem Gewehr montiert werden kann. Diese hier ist natürlich wesentlich komplexer und hat auch eine Vielzahl an Funktionen die wir uns gleich im Detail ansehen werden. Die Technikversierten unter euch finden alle Daten und Zahlen im angeführten Datenblatt.


 

Wer sich mit dem Thema bisher nicht auseinandergesetzt hat, wird sich zuerst mal fragen was eine Thermaloptik überhaupt so besonders macht.
Thermaloptiken erfreuen sich vor allem bei Jägern immer größerer Beliebtheit da sie einige immense Vorteile gegenüber „klassischen“ Zielfernrohren oder sogar Nachtsicht-Zielfernrohren bieten.

Man kann z.B. oft auch in tiefem Gras oder hinter Blattwerk noch Wild ausmachen, das mit bloßem Auge und einer klassischen Optik nicht zu erkennen ist. Einzig das Ansprechen von Schalenwild kann etwas anspruchsvoller werden, da die Hörner - je nach Wachstumsphase – keine Wärme abgeben. Beim Reh ist das Ansprechen jedenfalls nicht möglich – die Hörner eines Muffels sind wiederum durchblutet und dementsprechend gut sichtbar.
Ein versierter Jäger kann allerdings auch durch das Verhalten des Wildes gute Hinweise auf das Alter und das Geschlecht des Tieres bekommen.

 

Wegen der Größe, des Gewichtes, der umfangreichen Funktionen und nicht zuletzt wegen dem Preis, sind die Zielgruppen der Anwender des TSA 9 allerdings eher Militär- bzw. spezialisierte Polizeieinheiten.
Was genau kann nun das TSA 9? Schalten wir es mal ein, und werfen einen genaueren Blick darauf - und auf die Informationen am Display.

Oben links wird die aktuelle Uhrzeit eingeblendet. Rechts davon zeigt ein Speicherkarten-Symbol mit dem darin befindlichen Balken an, wie viel Speicher bereits belegt ist. Das TSA 9 bietet nämlich die Möglichkeit entweder Fotos aufzunehmen oder alles als Video zu speichern was auch am Display angezeigt wird.
Oben rechts, in der Ecke, wird das eingestellte Kaliber angezeigt. Die Optik lässt sich nämlich mit so ziemlich jedem ballistischen Profil einstellen das man möchte. Nur wenn die Optik passend zur Munition eingestellt ist, lässt sich auch das Absehen optimal verwenden.
Wenn man nämlich die Zoom-Funktion nutzt, verändert sich das Absehen von einem schlichten Fadenkreuz zu einem Absehen mit Haltepunkten in 100 der mehren 100-Meter-Schritten.

 

Unten rechts, wird die Himmelsrichtung in Grad angezeigt. Die Optik verfügt nämlich über zahlreiche eingebaute Sensoren.
Neben der Himmelsrichtung, wird auch die Außentemperatur angezeigt. Unten in der Mitte sieht man zudem die horizontale Neigung und auf der linken Seite wird die Vertikale Neigung angezeigt.


Die angezeigten Wärmequellen lassen sich in drei verschiedenen Farbmodi anzeigen. Dabei besteht die Wahl zwischen White-Hot, Black-Hot und Sepia. Je nachdem in welcher Umgebung man sich befindet, muss man den passenden Farbmodus auswählen um den besten Kontrast zu erzielen.

Die Optik verfügt über einem digitalen Zoom und bietet eine 2-, 3-, oder 4fache Vergrößerung.

Mit einem Druck auf dem Mess-Knopf wird über den eingebauten Laser-Entfernungsmesser die Entfernung zum anvisierten Ziel gemessen und gleich am Display angezeigt – einmal direkt unter dem Fadenkreuz und zusätzlich nochmal in roter Schrift, für 10 Sekunden, am oberen Rand.

Nach dem messen berechnet die Optik automatisch wie weit das Projektil abfällt und blendet den dazu passenden Haltepunkt in roter Farbe an.
Auf der linken Seite der Optik lässt sich über ein Drehrad die Schärfe auf die entsprechende Entfernung einstellen.



Das war jetzt mal ein grober überblick über die Funktionen der Optik.


Wir haben sie aber nicht nur verwendet um damit sinnlos in der Gegend herumzuschauen, sondern haben sie natürlich auch auf ein Gewehr montiert und damit geschossen.
Als Testplattform diente dabei eine unserer Bewerten Ritter & Stark SLX, im Kaliber 6,5 Creedmoore
Die Thermaloptik, samt Montage und angestecktem Akku wiegt genau 2000 Gramm. Ihr solltet also auf jeden Fall darauf Acht geben, ein Gewehr mit einer soliden Picatinny-Schiene zu verwenden!


Das Ziel war eine 2-Lieter Wasserflasche, gefüllt mit warmem Wasser, die wir auf eine Entfernung von 156 Metern aufgestellt haben. Zur besseren Wahrnehmung auf dem Video, haben wir dahinter noch eine Holzplatte aufgestellt.

Nachdem die Entfernung zum Ziel direkt mit der Optik gemessen wurde, brauchten wir das Absehen nur noch entsprechend anzuhalten und konnten das Ziel sehr leicht treffen. Auf dem Video sieht man sogar sehr gut wie das Wasser wegspritzt nachdem die Flasche getroffen wird



Obwohl dieses Modell bereits 2017 hergestellt wurde, war es richtig faszinierend zu sehen auf welchem Stand der Technik moderne Zieleinrichtungen bereits sind – und das hier ist wie gesagt lediglich eine zivile Ausführung.
Falls ihr nun mit dem Gedanken spielt euch entweder ein richtig schönes Gebrauchtauto zu kaufen oder eine richtig moderne Thermaloptik, hilft euch dieser Beitrag hoffentlich etwas weiter.
Diese, und noch weitere Thermaloptiken könnt ihr sonst über der Firma „nbn Austria“ beziehen, die uns dieses Modell zum Testen geliehen hat.


Rifle: Ritter & Strak SLX
Scope: TSA-9 RF/75

Diese und andere Thermaloptiken könnt ihr über die Firma nbn Austria beziehen

Passend zum Artikel findet ihr auf meinem YouTube Kanal die Review zum TSA-9.

 

 

 

Für die Videobearbeitung war es nötig die Videodateien aus der Thermaloptik zu rekodieren – dementsprechend hat die Videoqualität etwas darunter gelitten.