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Norlite USK-G _ Teil 3


In unserer Artikel-Reihe über das Norlite USK-G haben wir uns bisher sowohl die individuelle Konfiguration des Umrüstsatzes angesehen, als auch die Technik und Verarbeitung dieses Wechselsystems für Glock Pistolen. Im vorerst letzten Teil konzentrieren wir uns unter anderem auf die Präzision und die Zuverlässigkeit des USK-G.


Wie auch in den vorigen Artikeln erwähnt, wurde das USK-G von der Firma Norlite für Test- und Berichtzwecke zur Verfügung gestellt und die Texte und Bilder dazu, stammen von Major Finding.

Wer „braucht“ das USK-G?


Diese und ähnliche Fragen haben wir seit Beginn dieser Artikelreihe oft auf diversen Social Media Seiten gelesen und wollen auch das abschließend ansprechen.


Norlite richtet sich mit dem USK-G ganz klar und primär an Sportschützen die an PCC Bewerben teilnehmen wollen und in Deutschland oder Österreich leben – bzw. Ländern mit ähnlichen Waffengesetzen.


Sowohl in Deutschland als auch in Österreich zählt das USK-G nämlich NICHT als eigenständige Waffe, sondern wird als Wechselsystem auf die WBK (Waffen Besitzkarte) eingetragen, und benötigt somit keinen eigenen Platz – zusätzlich braucht man in Deutschland auch nicht extra ein „Bedürfnis“ nachzuweisen.

Entsprechend des sportlichen Charakters des Wechselsystems braucht es (wie auch eine Glock Pistole) keine zusätzliche Manuelle Sicherung! Sowohl bei statischen als auch bei dynamischen Bewerben wird die Waffe ohnehin bei jedem Durchgang leer geschossen oder nach jeder Stage entladen und Sicherheit hergestellt.

Es gibt auch keine Schießdisziplinen bei denen es nötig oder erlaubt wäre eine geladene Waffe mittels Riemen am Körper zu führen und sich dabei fortzubewegen. Wem also die internen Sicherungen wie Abzugssicherung und Fallsicherung des USK-G unzureichend erscheinen, der sollte erwägen den Umgang mit Schusswaffen evtl. gänzlich zu vermeiden.

 

 

Neben den Sportschützen gibt es noch eine zweite Zielgruppe an Leuten, für die das USK interessant ist:

 

Die Leute die sowohl genug Waffen als auch noch genug freie Plätze auf der WBK haben, aber einfach ein Stück coole und außergewöhnliche Technik besitzen wollen, mit der sie ihre Glock-LEGO Sammlung erweitern können.

Zuverlässigkeit:


Jedes einzelne Wechselsystem wird vor seiner Auslieferung, direkt bei Norlite probegeschossen. Hierbei wird das Wechselsystem mit demselben Modell des Griffstückes getestet, dass ihr auch bei der Bestellung angebt.

 

Das ausgelieferte Wechselsystem hat laut Hersteller keine Einschieß-Phase wo sich die beweglichen Teile erst nach einer gewissen Schussanzahl einschleifen, sondern kann sofort uneingeschränkt verwendet werden.


In einem deutschsprachigen YouTube Video, gab ein Reviewer sogar an, 8.000 Schuss mit seinem Modell geschossen zu haben, ohne dabei auch nur eine einzige Störung gehabt zu haben. Mit unserem Modell konnten wir diesen Wert jedoch nicht erreichen.

Nachdem wir die ersten zwei Bewerbe mit dem USK-G erfolgreich beendet und insgesamt gerade mal 440 Schuss damit abgefeuert hatten, traten die ersten Störungen auf.

Der Auszieher funktionierte nicht mehr und die Leeren Hülsen wurden dementsprechend nicht aus der Kammer gezogen.

 

Wie auch bei anderen Projekten mit Schusswaffen, wenden wir uns bei etwaigen technischen Störungen an unseren Büchsenmacher des Vertrauens, von der Waffenstube Guggi.

Er hat das USK-G zerlegt und inspiziert, und kam zu dem Schluss, dass sich lediglich etwas Schmutz hinter dem Auszieher angesetzt hatte und dieser deswegen blockierte.

 

Nachdem er den Auszieher gereinigt und ein wenig poliert hatte, funktionierte alles wieder einwandfrei – zumindest mit der Munition die wir hauptsächlich verwenden, der S&B 124 gr. FMJ

 

Wir haben das USK-G auch mit anderen Munitionssorten getestet und dabei festgestellt, dass unser Modell zum Beispiel keine Hohlspitzgeschoße mag.

 

Die 115 gr Jacketed hollow point von Geco wird praktisch gar nicht zugeführt. Das Projektil bleibt in den meisten Fällen an der Laderampe hängen und wird dabei oft auch in die Hülse gequetscht.

 

Aber auch die gewöhnliche 124 gr FMJ von Geco verdaut unser USK-G sehr schwer. Hierbei wird zwar eine Patrone zugeführt aber die leere Hülse bleibt oft zwischen Verschlussträger und Gehäuse hängen

 


Präzision:

 

Zumindest mit 124 gr FMJ von S&B funktioniert unser USK-G jedenfalls einwandfrei und entsprechend haben wir uns beim Präzisionstest hauptsächlich auf diese Munition konzentriert und sonst nur noch die 115 gr FMJ – ebenfalls von S&B – ausprobiert.

 

Für den Test haben wir das USK-G von einer Schießauflage aus geschossen und es auch mit einem entsprechend vergrößerungsstarken Zielfernrohr ausgestattet. Es handelt sich hierbei um das 4-24x56 MBR FFP aus der Continental Serie der Firma Vector Optics, mit 34 mm Mittelrohr.

 


In dieser Konfiguration sind 25 Meter allenfalls eine Aufwärmübung und entsprechend schaut auch der Streukreis aus. Die 124 gr FMJ von S&B stanzt hierbei ein einzelnes Loch mit 15mm Durchmesser ins Papier.

 

50 Meter sind ebenfalls keine Herausforderung und hier kommen wir mit der 124 gr FMJ von S&B auf einen Streukreis von 46mm.

 

 

 


Und auch auf eine Entfernung von 100 Metern stellt sich für unser USK-G mit einem 10 Zoll Lauf nicht die Frage OB wir das Ziel treffen, sondern lediglich wie klein der Streukreis dabei ist.

 

Hierbei haben wir mit der gewöhnlichen 124 gr FMJ von S&B einen Streukreis von 59,9 mm erzielt. Das kann man durchaus als exzellentes Ergebnis betrachten – sowohl von Seiten des USK-G als auch von der Qualität der 9mm Munition von Sellier & Bellot.

 

 

 

 

Mit der 115 gr. FMJ von S&B war der Streukreis mit 75mm sogar schlechter als mit den schwereren Projektilen aber für 9mm Munition trotzdem noch gut.

 

 

 


Fazit:

 

Das USK-G verwandelt eure Glock tatsächlich in ein vollwertiges PCC, dessen Leistung einem „echten“ PCC um nichts nachsteht.

Wenn ihr euren Teil als Schütze beitragt, könnt ihr mit diesem Wechselsystem bedenkenlos an jedem Schießbewerb teilnehmen und euch darauf verlassen das der größte Faktor der die Präzision beeinflussen kann, ihr selbst seid.

 

Wir haben mit dem USK-G letztes Jahr bereits zwei erste Plätze bei Schießbewerben für uns entscheiden können und werden auch in Zukunft damit an Bewerben teilnehmen. Wer auf dem laufenden bleiben möchte, der kann Major Finding auf Instagram und Facebook folgen.

 

 

Das große „aber“:

 

Es wäre unseriös ein Produkt gänzlich anhand eines einzigen Musters zu bewerten – das gilt sowohl für die positiven als auch für die negativen Aspekte.

 

Die Tatsache, dass unser Modell dermaßen wählerisch bei der Munition ist, und mit vielen Munitionssorten gar nicht funktioniert, ist aber natürlich ärgerlich! Vor allem der Umstand, dass wir Geco gar nicht richtig testen konnten stellt durchaus eine Herausforderung dar.

Geco ist im deutschsprachigen Raum eine sehr verbreitete Munitionsmarke und wird im sportlichen Bereich sehr weitflächig verwendet.

Dermaßen eingeschränkt zu sein, kann sich also durchaus auf die Konkurrenzfähigkeit bei Schießbewerben auswirken.

 

Wir haben mit Norlite über die bisherigen technischen Herausforderungen mit unserem Modell gesprochen und man sagte uns, dass das sehr unüblich für das USK-G sei. Nachdem Glock Pistolen aber bekanntermaßen in einem relativ weiten Toleranzbereich gefertigt werden, wäre es jedoch durchaus möglich, dass es Schwierigkeiten mit dem von uns verwendeten Griffstück gibt.

 

Man hat uns darum ersucht unser Modell einzuschicken damit es direkt von Norlite inspiziert und gegeben falls entsprechend angepasst werden kann. Das ist selbstverständlich auch in unserem Sinne und dementsprechend werden wir das auch so machen.


Sobald wir unser USK-G wieder retour bekommen, werden wir es nochmals mit verschiedenen Munitionssorten testen und euch das Ergebnis in einem ergänzenden Artikel mitteilen.